Mittwoch, 3. Februar 2016

Farbe - Islandprojekt Teil 4

Die Textilien wurden von Michele Hayeur untersucht, ihr Name wird im Verlauf des Projekt noch öfter auftauchen.
In den Ovalfibeln wurden mineralisierte Stücke verschiedener Fasern gefunden, sie wurden zur Analyse zu McCrone Associates, Inc. Chicago geschcikt. Dort wurde die erste körpernahe Lage bestimmt, bei der es sich um z-gesponnenes Leinen vom Unterkleid, wie zu dieser Zeit in Skandinavien üblich, handelt. Übert eine evtl. Färbung wird keine Aussage gemacht, ich gehe mal davon aus, dass es ungefärbt, evtl gebleicht war.
Darüber fanden sich Wollfasern, dieVermutung liegt nahe, dass sie zu einem Hängerock gehörten, der mit Schlaufen an den Fibeln befestigt war. Etwas besonderes ist das erhaltene Brettchengewebe, das nicht aufgenäht war, sondern in Gewebe integriert, Hayeur geht davon aus, dass es sich dabei um die Anfangskante des Stoffstücks handelt.
Beim Stoff spricht sie von einem 2/2 Köper, allerdings sieht das Fragmenz in meinen Augen stark nach einem Diamantköper aus. Der Stoff entspricht skandinavischen Webweisen mit z-Garn im Schuss und z-Garn in der Kette bei einer Fadendichte von 11 Fäden in der Kette und 10 Fäden im Schuss.
"Z/z spuntextiles persisted in and Viking Age norse settlements in the British isles.In other parts of Scandinavia and N-Europe textiles were woven wirh z/s spun yarn during the viking age."
M. Hayeur, Bundled up in blue, Reykjavík 2015, Seite 32
Die Faser wurden positiv auf Indigotin getestet,  wahrscheinlich aus Waid (Isatis tinctoria).


Das war auch unser erster Färbeversuch. Da diese Färbedrogen sowie die Chemikalien in Island kaum oder gar nicht erhältlich sind und auch eine Urinküpe aus Zeitgründen entfallen musste, haben wir nach der Entfärbermethode mit Waidpulver von Kremer-Pigmente gefärbt.
Ich hatte ein wenig Bedenken wegen des schwefelhaltigen warmen Wassers hier in Island, aber es hat sich jedenfalls nicht sichtbar negativ ausgewirkt.
Da auch noch Garn für ein weiteres Projekt von Marianne gefärbt werden sollte, war die Menge von etwa 5% des Wollgewichts nur für den Schuss ders Schürzenkleids ausreichend , dabei wurde die Faser nur mittelblau. Gleichzeitig hatte Marianne handgesponnenes Nähgarn in sehr großer Feinheit beigesteuert, das etwas gelblicher von natur auch war und auch im Ergebnis grünlicher ausfiel als die zuvor reinweißen Fasern.
Die Kette für die Schürze/Hängerock wird ein naturgraues Garn werden, das gesamte Kleidungsstück wird dann in D nocheinmal nachgefärbt.

Teil 5
Waidpulver

Zwirn zum Nähen

Das Schussgarn

Die Ausbeute, in Wirklichkeit heller als hier abgebildet.

Sehr feines Nähgarn, auch hier gibt das Foto nicht wirklich die Feinheit des Garnes wieder.


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