Mittwoch, 6. März 2013

Es geht endlich weiter - RF V

Nachdem mich der grippale infekt richtiggehend ausgeknockt hatte, geht es mir so ganz langsam besser. Leider ist sehr viel liegengeblieben in der Zeit, aber meinen Mann und mich hatte es richtig erwischt!
Nun ja, inzwischen ist die Zwischenarbeit fertig und der Webstuhl frei.
Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, welches Garn ich verwenden sollte - die Locken stehen ja inzwischen schon fest.
Heute habe ich mich dann für isländische Einband in der Farbe ljósmórauður ausgesucht.
Quelle: istex.is








Die Farbe steht noch in ausreichender Menge in meinem Regal und ist schön neutral. Die RF's könnten natürlich auch mit gefärbter Trägerschicht oder gestreift, kariert oder sonstwie gemustert hergestellt werden, allerdings ist das ja ein erster Versuch. Deshalb habe ich auch keine handgesponnenen Wolle genommen, obwohl ich da eine feste Drehung und damit ein strapazierfähigeres Garn hätte produzieren können.

Exkurs: Über die Schwierigkeit geeignete Webgarne zu bekommen

Webgarne müssen andere Eigenschaften besitzen als die heutzutag so beliebten Strick- und Häkelgarne. Beim Weben beanspruchen große Kräfte das Garn, zumindestens das Kettgarn, das starke Spannungen und - unterschiede aushalten muss. Beim Stricken verdreht sich das Garn gern, hat wohl schon jeder mal gemerkt, der Stricknadeln in der Hand hatte. Deshalb ist die Drehung bei Strickgarn schwach, auch damit das Strickwerk hinterher schön aufflauschen kann.
Das ist fürs Weben natürlich kontraproduktiv und Strickgarne sind nur bedingt für Ketten geeignet. Am besten eignet sich sogenanntes Kammgarn: 




Als Kammgarn bezeichnet man aus langfaseriger Wolle gesponnenes Garn mit einer glatten Oberfläche. Es entsteht durch kämmen der Rohwolle bzw. Fasern, wobei die kurzen Faserstücke und Verunreinigungen aus dem Vormaterial entfernt werden. Das Kammgarn ist also ein "ausgekämmtes" und daher sehr hochwertiges Garn. Durch mehrmaliges Vorstrecken, Verziehen und Mischen erfolgt eine Vergleichmässigung des Garnes. Das Material wird dann auf speziellen Spinnmaschinen weiter verarbeitet. Es erhält seine Spinn- und ggf. Zwirndrehungen. 
 http://www.pretzsch-und-sohn.de/pageID_5085047.html



Deshalb ist das Einband eigentlich auch nicht das ideale Kettgarn. Es muss unter großer Kettspannung verwebt werden, damit es keine Möglichkeit hat, sich noch irgendwie zu verwinden und aufzufasern. Es wäre eigentlich sinnvoll, es vor dem Verarbeiten zu schlichten, aber das ist mir im Moment zu zeitaufwändig. Welche Schritte jetzt für die Vorbereitung der Kette erforderlich sind, hat meine Freundin Silvia auf ihrem Blog sehr anschaulich beschrieben.

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