Donnerstag, 1. Januar 2015

Lendbreentunika 3 - eine Überraschung

Nachdem die Fäden durch die Litzen und Blatt gezogen wurden, habe ich mit dem Weben begonnen. Der erste Zentimeter war ohne Farbwechsel nur in Blau, um zu sehen, ob es irgendwo Einzugsfehler gibt. Das ist bei diesem unregelmäßigen Einzug gar nicht so leicht zu entdecken.
Die Kette, da einfädig, macht etwas Probleme, sie flust stark auf, aber ich will noch nicht zur Schlichte greifen, da ich sonst das Webbild verwässere und darauf bin ich sehr gespannt.
In V1 wird ja beschrieben, dass der Diamantköper durch das gesprenkelte Muster nur im nassen Zustand zu sehen ist und ich kann es wirklich nicht erkennen. Dafür zeigt sich schnell ein große Überraschung.

Glencheck
Obwohl die Fäden ja regelmäßig eingezogen sind - je zwei blau, zwei beige - und auch nach zwei Schüssen regelmäßig die Farbe gewechselt wird, zeigt sich eine Farbverflechtung wie beim Glencheck, nur das bei einer echten Farbverflechtung der visuelle Eindruck durch eine wechselnde Anzahl von Kett- und Schussfäden erreicht wird.










Hier entsteht dieser Eindruck durch den wechselnden Grat in der Köperbindung - sehr interessant, auch der Hinweis, dass dieser unregelmäßige Diamantköper schon einmal in den nordischen Gebieten gefunden wurde.
The irregular
pattern of the Lendbreen diamond twills is also a characteristic feature of the diamond twills
found in the weapon deposit of Illerup Aadal (M¨oller-Wiering 2011: 11). As the defeated
army whose gear ended up in Illerup Aadal allegedly derived from Norway, this is worth
further consideration. Is it possible that irregular diamond twills were a Norwegian variety
of a high quality fabric appreciated both in northern Europe and in the Roman world? (2)



Hier ein kleiner Teil des Stoffes angefeuchtet, das Diamantmuster ist nun zu sehen.





(2) S. 799 in:
Out of the Norwegian glaciers: Lendbreen—a tunic from the early first millennium AD
Marianne Vedeler1 & Lise Bender Jørgensen2
C Antiquity Publications Ltd.
ANTIQUITY 87 (2013): 788–801


Teil 4

Kommentare:

  1. scheue dich nicht, die Kette zu schlichten, du wäscht es ja hinterher wieder heraus, und es erleichtert ungemein das weben, früher nahm man auch selbstgemachte schlichtem mit dem was man hatte . Ich habe literatur..das war schon sehr eigentümlich von gegorenem roggenmehl, bis Kalbfussabkochung.. liebe Grüße wiebke

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