Donnerstag, 18. Juli 2013

Das Bunsoher Bändchen

Schon immer habe ich mich über das Versäubern von Halsausschnitten geärgert. Das Umlegen des Stoffes mit einer Roillnaht prduziert bei dickeren Stoffen einen wulstigen, unschönen abschluss. Das Versäubern mit Beleg ist mir für die Eisenzeit suspekt.
Daher habe ich jetzt einfach mal was Nordisches ausprobiert, das Bunsoher Bändchen.
Beim Stöbern im Netz bin ich darauf gestoßen, es gibt auch bei Wikipedia einen interessanten Artikel darüber: Bunsoher Halsschnur
Aus dem Artikel geht leider die Datierung nicht hervor, nach der C14-Untersuchung in den 90er Jahren wurde das Alter auf das 6. Jhdt. n. d. Z. festgelegt. Eine ähnliche Versäuberung bzw. Ziernaht, wenn auch einfacher in der Ausführung, gibt es auch schon bei den hallstattzeitlichen Textilien.
Das Ausprobieren der Naht war zuerst etwas von Misserfolg gekrönt, das beschriebene Flechtmuster auf der Kante wollte sich nicht zeigen. Deswegen probierte ich den Stich dann erstmal mit dicker Wolle weiter aus, was sich als sehr hilfreich erwies.Der Trick bei der Sache ist, dass man zuerst mit zwei einfachen Schlingstichen um den Saum anfängt. Der nächste Stich geht nicht mehr durch den Stoff, sondern durch die beiden Fäden am Saum. 




Zwei Schlingstiche um den Rand, dann durch diese beiden durchstechen.

Und hier wieder durch die verkreuzten Fäden am Rand stechen




































Mit einem kontrastierende Faden genäht, hat diese Naht nicht nur eine schützende, sondern auch eine schmückende Funktion an der Leinentunika.

              
 

Kommentare:

  1. Wunderbar erklärt - Schön umgesetzt !

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  2. Das ist eine tolle Sache! Das Versäubern des Halsausschnitts bei Leinenstoff ist eine echte Schur und macht wirklich keinen Spaß. So geht es wohl doch erheblich leichter und man hat gleich eine hübsche Verzierung. Find ich besonders toll für ein Kinder-Leibhemd, bei dem die Kurve des Halsausschnitts noch enger und damit schwieriger zu nähen ist und dem man wohl eher keine Brettchenborte zum Aufpeppen spendieren würde. Die lieben Kleinen sind ja so schnell rausgewachsen... LG Morgan

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  3. Das möchte ich auch gern können.
    Leider ist beim Wikipediaartikel der Link zum pdf von Heinke Arnold, Erika Drews: Die so genannte Halsschnur von Bunsoh, In: Experimentelle Archäologie in Europa Bilanz 2007. Nr. 5 tot.
    Da steht als Seitenzahl 135-443 angegeben, kann das ein? Das wäre ja ein dickes Buch. Wenn es aber 135-143 heissen soll, würde ich mir den Artikel bei meiner UB bestellen.

    Weiss jemand was genaueres?

    Liebe Grüsse
    Iðunn

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  4. Guckst du hier

    http://www.pfahlbauten.de/shop/product_info.php/info/p49_Experimentelle-Archaeologie-in-Europa-Bilanz-2007.html

    LG, Morgan

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