Freitag, 7. Juni 2013

Feddersen Wierde III

Aller guten(?) Dinge sind drei!
Nachdem ich frohen Mutes 1400 Fäden in die Litzen eingezogen und im Blatt verteilt hatte, fing ich an zu weben - d.h. ich wollte anfangen. Nichts ging, die Faden verhakten sich so, das sich das Fach kaum öffnen ließ. Die Fäden des neuen Garns sind nicht stark versponnen, sondern es stehen noch jede Menge Faser an der Seite raus. Also musste die Sprühstärke wieder her und es gab einen neuen Anfang, 30 cm fielen der Schere zum Opfer.
Aber auch mit viel Sprühstärke und anderen Tricks rissen mir bei jedem! Schuss mindestens 3 - 4 Fäden.
Das macht keinen Spaß und deshalb bin ich gerade dabei, mit einem dritten Garn den nächsten Versuch zu starten, die Stränge liegen grad im Färbebad!

Es ist eine wahre Schande, dass man keine Auswahl an Webgarnen mehr in Deutschland findet. Es gab früher eine Firma, die zur Zeit nur noch durch schlechten Kundendienst von sich reden macht, die eine riesige Auswahl an verschiedenen Garnen hatte, alle auf die Bedürfnisse der Handweber abgestimmt. Man bekam Muster und konnte zu Hause in Ruhe auswählen.
Im digitalen Zeitalter muss ich, wenn ich überhaupt was passendes finde, blind bestellen und hoffen, dass es passt. Das war jetzt zweimal nicht der Fall!

Erkenntnis aus den Fehlschlägen: das Kettgarn für die früheren Gewichtswebstühle musss extrem gut gedreht und als Kammgarn versponnen worden sein - anders kann ich mir eine flüssiges Weben nicht vorstellen. Ich glaube, ich muss in Fundberichten mal mehr auf Drehung pro cm achten!

Hier sieht man sehr gut, wie sich Faserknötchen im Garn bilden, die schließlich zum Faserbruch führen.


Feddersen Wierde II

Kommentare:

  1. Ich habe da eine Bezugsquelle...:)

    Statt Anzahl der Drehungen/cm kann man auch den Winkel der Drehungen messen. Das hat man bei den Textilfunden in Narsaq, Grönland gemacht, da kam eine äusserst scharfe Drehung der Kettgarne an den Tag, während der Schuss ganz locker gesponnen war, z.B.

    Z/S 65°/20°
    Z/S 50°/25°
    Z/S 45°/10°
    Z/S 55°/20° etc

    Die Frauen beherrschten wirklich ihr Metier!

    LG Iðunn



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  2. Also, die Faserstruktur spielt auch noch eine Rolle, nicht nur die Anzahl der Drehungen/cm oder wie auch immer der Winkel. Siehe das Buch von Anne Field (kürzlich verstorben) "Spinning Wool beyond Basics". Sehr empfehlenswert.
    Gruß
    Juliana

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